Auf dem Kystriksveien

31.08.2021 von Bodø, über Salstraumen zum schönsten Klo Norwegens

Wir sind startklar, heißt es aus dem Nachbarmobil. Ok, denn mal los und schauen was die 1. Etappe des Kystriksveien so zu bieten hat. Wir verlassen Bodø auf der F80 und biegen auf die Fv17 ein. das wird nun für einige Zeit unser Weg sein. 

Was kann ich jetzt schreiben ohne mich zu wiederholen? Die Landschaft entlang der Straße ist beeindruckend. Die Felsen sind vom Wetter teils blank und glatt geputzt, wieder andere sind vom Sand zerfurcht.

Es regnet und es ist windig, aber das tut der Begeisterung nur wenig Abbruch, bis auf 1x als Reinhard und ich auf unserer Fotosafari am Saltstraumen in einen Gewitterguß geraten sind und keinen trockenen Faden mehr am Leib hatten. Astrid war so lieb, uns mit dem Mobil zurück zu holen. Wie die begossenen Pudel.

Trotzdem gefällt mir die Route schon jetzt ausnehmend gut. Sie ist abwechslungsreich und einmalig schön.

Unser ausgemachter Treffpunkt ist der Parkplatz Ureddplassen. Mit einer Designtoilette, die wirklich Ihres Gleichen sucht und die sich wunderbar in die Landschaft einfügt.

Der Ureddplassen ist außerdem ein Ort der Erinnerung. Hier wurde ein Denkmal zum Gedenken an die Opfer errichtet, die sich im U-Boot „Uredd“ befanden, als es im Zweiten Weltkrieg auf eine Mine im Fugløyfjord gelaufen war. Das U-Boot befand sich auf dem Weg nach Gildeskål mit Agenten der Kompanie Linge, die  nach Sulitjelma weitergebracht werden sollten, um einen Sabotageakt gegen das Kraftwerk bei den Gruben auszuüben. (Quelle: Nationale Touristenwege Norwegen)

Hier werden wir heute auch übernachten.

01.09.2021 vom Ureddplassen zum Kleivhalsen

Das Wetter meint es echt nicht gut mit uns zurzeit. Heute Nacht hat es richtig geplästert und auch jetzt überwiegen die Schauer den Trockenphasen. Doch auch im Regen lassen sich schöne Bilder machen.

Wir starten im Konvoi und fahren die Fv17 weiter Richtung Süden. Ach – wenn es nur nicht so entsetzlich regnen würde… die Landschaft ist dermaßen faszinierend, aber man kann teilweise gar nicht aussteigen. Überall Wasser, von Oben, aus den Wasserfällen , die beeindruckend die Felsen herabrauschen, in den Fjorden ….wie schön, muss das erst bei Sonne sein!

Heute gibt es auch die 1. Fährfahrten auf der Fv17. Erst eine kurze Strecke von Forøy nach Ågskardet und dann eine Strecke von 1 Std. von Jetvik nach Kilborghamn.

Aber erst gibt es noch Fjorde, Gletscher, Berge, Täler und – natürlich Regen.

Auf der längeren Fährfahrt aber haben wir Glück und es wird trocken. So können wir die Weltkugel am Polarkreis fotografieren und die Landschaft geniessen.

Und auch bei Ankunft auf unserem Übernachtungsplatz am Kleivhalsen ist es weitgehend trocken und wir können uns an der unglaublichen Aussicht und am Spiel von Wolken und Sonne erfreuen.

02.09.2021 Kleivhalsen bis kurz vor Søvik

Heilige Wickingersch…. jetzt ist die Welt weg….!!!

Heute Morgen war außer Regen und Nebel erst einmal nicht viel zu sehen.

Bei dem Wetter komme ich heute nicht so richtig aus den Puschen. So Sind Astrid und Reinhard vor mir fertig und fahren schon los. Von Kerstin haben wir uns schon gestern verabschiedet, sie will ausschlafen.

Heute haben wir eine Strecke von 120km in Visier, für die wir aufgrund der Fährverbindung jedoch knapp 3,5 Stunden benötigen. Das Wetter gibt heute alles. Am Straßenrand sieht man ständig Wassermassen herunterrutschen und die Scheibenwischer haben heute gut zu tun.

Es stürmt und regnet was das Zeug hält. Irgendwie schon beeindruckend, wenn das Wetter nicht so bleibt, ist es ein guter Eindruck von der Rauheit des Landes und davon wie die Naturgewalten es formen. Auf der Hochebene vor Nesna peitscht der Wind das Wasser über Land, auf dem Wasser der Fjorde bilden sich Schaumkronen.  – Das kann ja eine muntere Fährfahrt werden …

In Nesna angekommen ist noch gut eine Stunde Zeit bis zur Abfahrt, also schaue ich mal an der Tankstelle vorbei –  154,00 Kronen der Liter Diesel, da tanke ich doch glatt noch was drauf. Die  Spritpreise Norwegen sind extrem unterschiedlich. Es kann sein, dass ein paar Kilometer weiter der Diesel 174,00 Kronen kostet. Daher tanke ich immer wenn es gerade billig ist. Nach dem Tanken fahre ich noch schnell zum Supermarkt, Klopapier und Kaffeefilter werden knapp und wen treffe ich dort? Astrid und Reinhard 🙂 

So fahren wir gemeinsam auf die Fähre und den Restweg zum Campingplatz Sandnessjøen Camping kurz vor Sovik. Wir überqueren noch die imposante Helgelandsbrücke.

Auf dem Campingplatz werden wir auch Reinhards Bruder und Schwägerin treffen, die von Süden kommen und sich dort auf dem Platz eine Hütte gemietet haben.

Der Campingplatz ist schlicht, liegt aber sehr schön und kostet incl. Strom und sauberer Duschen 300NOK.

Auf einer Fahrwassermarkierung, oder was auch immer das ist sitzt dann auch noch ein Adler, den Reinhard und ich versuchen mit unseren Teleobjektiven einzufangen, was leider auf die Entfernung nicht perfekt gelingt.

Zum Abendessen wird aus allen Küchen etwas beigesteuert. Als Vorspeise gibt es Blattsalate  an Norwegischem Wildlachs, als Hauptspeise Rateatoullie auf Kartoffelstampf und zum Nachtisch Vanillejoghurt mit einer Reduktion aus handgepflückten Wildpreiselbeeren. 

Schmeckt !

Und wir finden alle 5 bequem in meinem großen, kleinen Oasi Platz.

Das war ein schöner Abschiedsabend, denn Morgen werde ich Herøy erkunden und Astrid und Reinhard fahren weiter nach Süden, da sie in 2 Wochen wieder zu Hause sein müssen.

03.09.2021  Herøy

Ein Tag mit drei P. Pleiten, Pech und Pannen….

Aber beginnen wir von vorne. Heute Morgen musste ich mich von Astrid und Reinhard und natürlich Bonnie verabschieden – soo traurig. Wir hatten viel Spaß zusammen und die beiden sind so liebe Menschen, mit denen ich wirklich gerne zusammen bin. Jetzt muss ich mich erst einmal wieder ans allein sein gewöhnen und so lautet meine Aufgabe für heute: Den Kopf nicht hängen lassen und dankbar sein, für die schöne Reise die ich unternehmen darf. Gar nicht so einfach und so fließen auch ein paar Tränchen. 

Ich nehme die Fähre von Søvik nach Herøy und zum Glück nimmt die Landschaft mich gleich gefangen und ich kann mein Herzeleid ein wenig bei Seite schieben. Herøy ist ein wundervolles Archipel mit Inseln, Inselchen und zig Brücken, die einem von der einen auf die andere Insel bringen. An vielen Stellen leuchtet das Wasser türkisblau in den Buchten und am Horizont erheben sich die Berge. Teilweise sieht man die 7 Schwestern in Wolken verhüllt. 

Ich fahre vom Fähranleger nach Ytre Øksingen in den Nordwesten. 

Dann geht die Route weiter in Richtung Bjørn in den Nordosten. Hier wird die Landschaft von einer Felsenlandschaft dominiert und die Straße läuft mit Blick aufs Festland am Rand der Insel entlang. Von hier aus kann ich nochmal sehen, wo wir gestern gestanden haben – Schluchz! 

Die hohen Felsen und der Blick aufs Festland schlagen mit heute auf die Stimmung und so drehe ich an der Hestad Kirche um und fahre in den Süden auf die Insel Tenna.

Hier wandelt ich die Landschaft wieder komplett in flaches Gras/Moorland welches von Schafen bevölkert ist.

Über die Ebene kann man die Schiffe sehen die zwischen Sandnessjøen und Herøy fahren sehen.

Das wäre doch eigentlich eine tolle Stelle zum Übernachten!

Auf der rechten Seite ist so etwas wie eine Parkfläche in einer Wiese. Ich steige noch wohlweislich aus um zu schauen, ob der Untergrund fest genug ist und befinde ihn für tauglich.

Ich setze rückwärts in die Wiese und will das Wohnmobil noch ausrichten und da passiert es – die Reifen drehen durch. Sch….  Während ich versuche mich aus der Wiese zu schaukeln taucht eine Schaffamlilie – Mutter und zwei Kinder- auf und beobachtet neugierig wie die doofe Touristin versucht ihr Fahrzeug wieder aus dem Schlamm zu ziehen. Dazu postieren sie sich mit lautem Mäh genau vor dem Mobil. Tolle Wurst – jetzt habe ich die Wahl die Schafe zu überfahren, falls die Reifen packen, oder auszusteigen und die Viecher zu vertreiben. Nix gegen Lammbraten, aber das muss nicht sein. Ich scheuche die Family weg und kaum sitze ich wieder im Mobil, stehen sie wieder vor der Motorhaube. Mäh ! Die wollen mich doch verarschen ! Wieder raus aus dem Mobil, diesmal schon sehr angesäuert, vertreibe ich den Trupp nun erfolgreich. 

Trotzdem komme ich nicht wieder raus aus der Wiese. 

Was jetzt ….??? Mir fallen meine Schneeketten ein, die ich zum Glück ganzjährig im Mobil spazieren fahre. Also die Schneeketten ausgepackt, vor die Reifen gelegt und Stück für Stück schaffe ich es tatsächlich wieder aus der Wiese zu kommen. 

Alles voll Schlamm und Schafsch….  packe ich die Ketten erst einmal auf den Fahrradträger und fahre zum nächsten Wasserloch um den schlimmsten Schmutz zu entfernen. 

Da hab ich nochmal Glück gehabt, aber mein Puls ist auf 200 und ich finde keine Stelle mehr wo ich bleiben mag. So fahre ich wieder Richtung Fähre und beschließe die Insel wieder zu verlassen. Während der Überfahrt sehe ich dann auch die 7 Schwestern nochmals komplett mit einer Wolkenhaube

Auf der Fähre ramme ich noch beinahe mit dem Dach einen Vorsprung, den ich aus dem Auto nicht gesehen habe und stehe jetzt so blöd, dass mich der freundliche Mitarbeiter beim Rausfahren aus der Fähre lotsen muss.  – Peinlich !

Mir reicht’s für heute, ich bin fettich.

Zum Glück gibt es in Søvik direkt an der Fähre einen kleinen Schotterplatz wo ich stehen kann und sogar einen netten Blick aufs Wasser und die vorbeifahrende

04.09.2021

Heute Morgen war erst einmal Betriebsversammlung bei Reihers und Kormorans auf dem Dach der Fischerhütte.

Nachdem alles geregelt ist, werden bei mir im Mobil die Sitze wieder rumgedreht und die Tagestour geht los. Zunächst fahre ich Richtung Tjøtta. Unterwegs gibt es einen Hinweis auf die Alstahaug Kirche und das Petter Dass Museum. Dort trete ich auf die Bremse und schaue mir die wunderschöne mittelalterliche Steinkirche an. Die roten Museumshäuschen rund um die Kirche sind leider geschlossen.

In Tjøtta geht es auf die Fähre Richtung Forvik. Die Fähre braucht eine Stunde, weil sie unterwegs an 5 kleineren Inseln halt macht und sie ist knackevoll. Aber mit ein wenig rangieren und gutem Willen passen alle Autos, LKW und Busse drauf.

Die Fährfahrt ist fantastisch. Zum Einen scheint die Sonne und zum anderen ist die Inselwelt durch die wir fahren wundervoll. Im Hintergrund erheben sich wieder die 7 Schwestern. Wir kurven kreuz und quer um Rødøya, Minlandet, um Untiefen und Inseln herum an Fjorden vorbei.

Wunderschön.

In Forvik angekommen nehme ich Kurs auf die Kaffeerösterei im Handelsstedet (ein alter Handelsplatz ) Forvik. Ich genehmige mir einen Cappuccino und kaufe ein halbes Pfund frisch gerösteten Kaffe für zusammen 150,00 NOK. Der Cappuccino ist nichts für Weicheier. Puh – ganz schön stark….Aber es riecht auch lecker nach Essen, doch das spare ich mir heute.

Jetzt bin ich wach und fahre weiter zu steinzeitlichen Malereien. Die Helleristninger (Felsgravuren) in Vistnesdalen nördlich von Forvik sind Vevelstads Beitrag zum Projekt Fotefar mot Nord (Spur nach Norden), welches Kulturdenkmäler für die Öffentlichkeit zugänglich macht. Die Gravuren, welche den Übergang von einer Jagd- zu einer Agrargesellschaft markieren, sind aus dem Steinzeitalter und zeigen Elche, Rentiere, Heilbutte, Menschen u.a. 

Schon beeindruckend.

Nun stellt sich die Frage was ich mit dem Rest des Tages mache. Es ist 13:00 Uhr und so fahre ich erst einmal auf der Fv17 weiter. Da ich keinen wirklich schönen Stellplatz finde, fahre ich weiter zur Fähre und beschließe noch nach Horn überzusetzen. Von dort könnte ich, wenn ich den Fährplan richtig verstanden habe, Morgen um 10:25 mit der Fähre nach Vega übersetzen.

Da sich man in der Nähe des Fähranlegers nicht schön stehen kann fahre ich weiter bis nach Brønnøsund und stelle mich auf den Parkplatz des Gasthafens. Hier ist es schön und mal wieder ein wenig Leben um mich herum. Ein Hurtigrutenschiff liegt im Hafen und man hat einen schönen Blick. Ich vertrete mir noch ein wenig die Füße und dann ist auch bald Zeit für Abendessen.

Nach dem Abendessen beschleicht mich dann der Verdacht, dass es möglicherweise nicht gestattet sein könnte hier zu stehen.Ich sehe zwar keine Schilder, aber alle anderen Wohnmobile fahren wieder weg. So mache ich mich auf die Suche nach einem neuen Platz und finde ein Sahnestückchen in Form eines Picknickplatzes an einer Bucht, mit Blick auf den Torghatten. Sogar das Loch im Berg kann man von hier aus sehen 😉 Und ich hab sogar noch Gesellschaft in Form einer auch allein reisenden Frau und eines Pärchens mit VW Bus bekommen.

05.09.2021 Die Insel Vega

Am Morgen muss ich bei Tageslicht noch einmal den Torghatten ins Objektiv nehmen. Wenn man schon nicht hinwandern kann, dann wenigstens ein Bild.

Ich fahre wieder zurück nach Horn und tatsächlich kommt die Fähre wie vermutet um uns auf die Insel zu bringen. Inzwischen regnet es. Daher ist es mir auf dem Außendeck zu ungemütlich und ich bleibe drinnen.

Mein erstes Ziel auf der Insel ist Eidem. Der Weg führt durchs Inselinnere und hier schaut es beinahe aus wie zu Hause. Die Insel ist landwirtschaftlich geprägt und man könnte sich die Landschaft auch in der Eifel vorstellen. 

In Eidem nehme ich einen Schottere, der mich bis ans Meer bringt. Mein armes Mobil sieht aus wie Wutz.. Doch der Abstecher lohnt sich. Hier lässt sich prima Mittagspause machen.

Leider regnet es noch immer und so reicht es nur für ein schnelles Foto. Der Boden ringsherum ist morastig und nass.

Bei dem Wetter macht ein Besuch im Vega Verdensarvsenter Sinn. Auf dem Weg mache ich einen kurzen Abstecher in einen kleinen Hafen und nehme die eine oder andere Nebenstrecke, die mir einen schönen Straßenrandfund mit einem alten zugewucherten VW Käfer beschert.

Im Vegazentrum wird die Geschichte und Entwicklung Vegas erklärt und der Stolz auf die Ernennung zum Weltkulturerbe zum Ausdruck gebracht. Die Informationen sind interessant, Wahnsinn unter welchen Bedingungen die Menschen der Natur den Lebensunterhalt abgetrotzt haben. Wer mehr über Vega erfahren möchte findet die Informationen hier.

Man kann natürlich auch Produkte aus den berühmten Eiderdaunen erwerben, wenn man genug Kleingeld hat.

Mittlerweile ist es 14:30 Uhr und da kann man ja schon einmal auf die Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz machen. 

In einer App habe ich einen Platz am Sundsvoll Strand gesehen. Auch hier führt ein Schotterweg hin. Doch der Weg lohnt sich leider nicht. Inzwischen ist dort ein kostenpflichtiger Stellplatz auf einer klatschnassen, weichen Wiese eingerichtet – ohne mich – und der Parkplatz ist mit einer Höhenbegrenzung abgesperrt. Der einzig mögliche Platz ist bereits besetzt.

So fahre ich mit einigen Abstechern wieder zurück in Richtung Igerøya und finde eine Ecke an einem Skulpturlandschaftsparkplatz mit Blick auf den Grimsøysund.

Schön ! Wenn es nur endlich aufhören würde zu regnen.

Am Abend kommt dann doch noch einmal kurz die Sonne heraus und ich wage mich aus dem Mobil um ein wenig durch die Skulpturlandschaft zu gehen und hole mir prompt wieder nasse Füße. Irgendwie enden norwegische Wanderwege immer im Sumpf, oder auf glatten, unbegehbaren Wegen.

Für Morgen ist noch mehr Regen angesagt – das trübt meine Laune ein wenig, weil ich noch nicht so richtig weiß, was ich aus dem Wetter machen soll. Da es auch Übermorgen nicht besser werden soll, hilft auch kein Aussitzen. 

Mal sehen.

06.09.2021  von Vega nach Rørvik

Einmal neues Wetter bitte.

Es ist grau und nass draußen, aber hilft ja nichts, dann wird da heute eben ein Streckentag. Ich gebe als Ziel ins Navi erst einmal Rørvik ein, ob ich wirklich bis dorthin fahre, werde ich unterwegs entscheiden.

Die Fähre zurück nach Horn, legt um 09:30 Uhr ab. Ich bin etwas früher da und nutze die kurze Regenpause um mir im Hafen noch ein wenig die Füße zu vertreten. 

In Horn angekommen, führt die Küstenstraße durch die Provinz Sømna. Ich passiere die Torte Berg und Via, leider lädt das Wetter nicht zum aussteigen ein, auch wenn die Landschaft wirklich schön ist. 

Kurz vor Vennesund weist ein Schild auf einen Vikinger Grabhügel hin, dorthin biege ich noch einmal kurz auf eine Schotterstraße ab und schaue mir das Wikingergrab an. Der Versuch noch ein wenig die Gegend anzuschauen wird wieder durch einen Regenguss vereitelt.

Weiter geht es bis Vennesund. Dort wird mir eine Mittagspause aufgezwungen, weil die Fähre erst in etwas mehr als 1 Stunde ablegt. Auch hier, keine Chance ein längeres Stück zu gehen, es regnet…

Hausboot neu definiert – Wenn einem auf der Fähre langweilig ist 😉

In der Provinz Bindal angekommen nimmt der Regen ein wenig zu und auch der Wind. Die Landschaft wird schroffer, führt am wunderschönen Lyfjord vorbei und kurz vor der “Grenze “ Nordland zu Trøndelag, verlasse ich, ein Tipp von Astrid und Reinhard, die FV17 und biege auf die Straße 802/ 771/770 ab. Hier gibt es wieder richtig tolle Landschaften zu bestaunen. Fjorde, Wälder, Buchten …. Ich halte des öfteren an um Autos an mir vorbei zu lassen, damit ich die Landschaft in Ruhe genießen kann. Der Abstecher hat sich wirklich gelohnt und bei Sonne, muss es hier fantastisch sein. Doch Sonne – gibts heute  nicht. 

Hier und da springe ich mal aus dem Auto um ein paar Fotos zu machen, aber auch die sehen heute trist aus.

So fahre ich weiter bis nach Rørvik und suche mit einen Platz im Hafen, mit Blick auf die Nærøsundbrua. So kann ich ein wenig Schiffe gucken und habe gleich Einkaufsmöglichkeiten nebenan.

07.09.2021

Gestern Abend habe ich noch eine Regenpause genutzt um ein paar Nachtfotos zu schießen und genau in dem Moment fuhr ein Hurtigrutenschiff aus dem Hafen. Kleine Erfolgsmomente. Kaum war ich wieder im Auto fing das Plätschern auf dem Dach auch wieder an.

Am Morgen wollte ich dann aber unbedingt noch ein wenig von der Stadt und dem Küstenmuseum sehen. Leider öffnet das Museum erst um 11:00 Uhr und jetzt ist es 09:00 Uhr. Das dauert mir zu lange. So mache ich im Regen ein paar Außenaufnahmen. Rørvik ist ein nettes kleines Städtchen und auf jeden Fall einen Abstecher wert.

Nachdem ich ausreichend durchgeweicht bin, setze ich mich ins Auto und schlage den Weg Richtung Hofles zur Fähre nach Lund ein. An der Fähre sagt mit die Moovit App, dass die Fähre erst ein einer Stunde kommt. Das hätte mir Museumstechnisch auch nicht geholfen, aber vorher schauen macht schlauer. Die App ist echt gut und zeigt die Fährverbindungen zuverlässig an. Aus den Plänen der Fährgesellschaften werde ich nämlich nicht immer ganz schlau.

Also nutze ich die Wartezeit um mich noch ein wenig beim Fotografieren nassregnen zu lassen.

Der einzige Vorteil des Dauerregens ist, dass der grobe Dreck ein wenig vom Auto gewaschen wird.

Die Fährfahrt ist ruppig, denn es regnet nicht nur in Strömen, nein, es geht auch noch ein strammer Wind. Die Fähre stampft um ab und zu geht Gischt über die Bordwand und landet auf meiner Windschutzscheibe.  – spannend !

Ab Lund folge ich der Fv769 bis Namsos. Das ist einmal wieder eine tolle Strecke. Die Landschaft ist felsig und zerklüftet, Brücken verbinden die Landteile miteinander und dort wo kein Wasser ist, säumen dichte Wälder den Straßenrand.

In Namsos überlege ich kurz anzuhalten, mache es dann aber nicht. Eigentlich doof. Aber manchmal bin ich nicht so entschlußfreudig wenn die Reifen einmal rollen.

So biege ich in Namsos wieder auf die Fv17 ab. Ab hier verwandelt sich der Küstenweg in eine gut ausgebaute Landstraße die an abgeernteten Felden und Wiesen vorbei führt. Hier sieht es wieder ein wenig aus wie zu Hause, nur das die Bauernhöfe hier aus Holz sind und rot angestrichen.

Unterwegs mache ich noch ein kurze Pause an einem Sund und fahre dann weiter bis Steinkjer, wo ich geplant hatte zu übernachten. Aber das Städtchen spricht mich nicht an und da es ohnehin immer noch schüttet, beschließe ich weiterzufahren und suche mir einen Platz in Frost auf einer kleinen Insel im Trondheimfjord  aus. Im Nachhinein stelle ich fest, dass Astrid und Reinhard hier wohl auch gestanden haben. Nur konnten sie Trondheim sehen. Ich sehe nur grau und nass…. Der Platz wäre bei besserem Wetter echt der Knaller. Kostet 100NOK ohne V+E aber mit einer Toilette. 

Kurz vor Steinkjer verlasse ich dann auch den Kystriksveien … mit ein wenig Wehmut. Auch dieser Abschnitt der Reise hat mir mächtig gut gefallen, wenn auch das Wetter nicht immer so ganz nett war.

Frosta ist eine Gemüseanbaugegend. Ob hier der Peter von Frosta wohnt ??!!

Jetzt werde ich das Plätschern auf dem Wohnmobildach weiter genießen und hoffe noch auf eine Regenpause um noch ein wenig spazieren zu gehen.

Damit ist diese Etappe auch schon vorbei und es geht weiter mit Mittel- und Südnorwegen – mal schauen wohin mich das Wetter treibt …

2 Gedanken zu “Auf dem Kystriksveien

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